FRANK ETTENBERG



Bildbeispiele / Go to paintings

"Im Sommer 1959 nahm ich als 13-jähriger Teenager zum ersten Mal
Kunstunterricht. Ich war in einem Sommerlager und lernte bei einem abstrakten Expressionisten. Nach meinen ersten Schritten beschloss ich, realistische Sujets zu meiden und widmete mich nicht-gegenständlicher Kunst. Mein erster Kunst-Lehrer fand bereits damals, dass meine Arbeiten europäisch aussahen. Somit war die Saat gelegt – ich erwartete, im Laufe meines künstlerischen Werdeganges in Europa zu leben. Aber zuerst schloss ich im Juni 1971 mein Kunst-Studium an der Universität von New Mexico mit einem M.A. in Malerei ab. Von 1972 bis 2003 lebte und malte ich als freischaffender Künstler in Santa Fe, New Mexico und etablierte mich im Süd-Westen der USA als abstrakter Künstler.

Am Anfang meiner künstlerischen Arbeit war ich davon fasziniert, Bilder durch freie Assoziation zu schaffen. Im Normalfall begann ich meine Arbeiten spontan, ohne im Vorhinein viel darüber nachzudenken. Um das Jahr 1979 begann ich daran Gefallen zu finden, meine Werke zu planen, durch die Anordnung weiterentwickelter Formen. Anfangs legte ich mir einen Raster von 4 bis 16 Feldern an. Dieser ermöglichte mir das gleichmäßige Vergrößern oder Verkleinern einfacher Formen oder Zeichen verschiedenster Art, die fast immer biomorphen Charakter hatten. Ich bemerkte, dass dies meine eigene Hommage an die Filmkunst war und ich erkannte, dass ich, wie immer, Formen gerne als sich bewegende Dinge sah, die sich veränderten und sich vielleicht letztlich in Nichts auflösten.

Auf jeden Fall ist die Absicht, nach Bretons Vorstellung eines “reinen, psychischen Automatismus“ zu arbeiten, noch immer der Unterbau meiner Arbeit. Von Anfang an war ich mit Autoren wie James Joyce, mit amerikanischen und europäischen Expressionisten sowie mit klassischen und Jazz-Komponisten der beiden Kontinente kreativ verbündet. Egal wie viel Planungsarbeit ich in meine Kunst lege, es ist meine Grundprämisse, die Arbeit spontan auszuführen – und mit großer Begeisterung. Um 1993 machte ich mich daran, die chinesische Pinselmalerei zu erkunden, da ich von der reinen Acrylmalerei her wechselte. Meine ersten chinesischen Pinsel kamen 1992 direkt aus Peking; ein AUA-Kollege meiner Ex-Frau brachte sie mir mit."


Frank Ettenberg, April 2008


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